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So wa(h)r es

Was haben Fußballprofi Pelé, Sprintlegende Heinz Fütterer und Formel 1-Star Michael Schuhmacher gemeinsam? Sie alle trugen bei ihren größten Erfolgen PUMA-Schuhe. In einer einzigartigen Ausstellung präsentierte PUMA-Archivar Helmut Fischer seine Schätze den Besuchern der dritten MCS.1-Veranstaltung des Jahres. Unter dem Thema „Wie wa(h)r das nochmal?“ diskutierten anschließend Professor Dr. Christian Bunnenberg von der Ruhr-Universität Bochum, Direktorin des Museums für Kommunikation Marion Grether und History-Marketing Teamleiter von Birke und Partner Dr. Hans-Diether Dörfler über die Verantwortung der Geschichtsvermittlung.

Sage und Schreibe 7.500 Paar PUMA-Schuhe sammelte Helmut Fischer über die Jahrzehnte. Darüber hinaus auch Tennis-Schläger, Handschuhe und andere Sportartikel, die Spitzensportler wie Boris Becker seinerzeit nutzten. Lange befanden sich die Schätze an den unterschiedlichsten Orten, meist in angemieteten Räumen. Heute haben sie einen Platz im PUMA Headquarter gefunden: unter anderem auf einer Brücke, die das Nordgebäude mit dem Südgebäude verbindet. Das Besondere an dieser Stahlkonstruktion ist, dass sie an ihrem höchsten Punkt exakt auf 9,58 Meter eingestellt ist. Eine Hommage an den elffachen Weltmeister und Weltrekordhalter im 100 Meter-Lauf Usain Bolt, der die Distanz als erster Mensch überhaupt in 9,58 Sekunden lief. Ein Großteil der historischen Schätze liegt indes im PUMA-Archiv, das die History-Marketing-Experten von Birke und Partner die letzten Jahre mit aufgebaut haben. Katalogisiert und archiviert finden sich hier Andenken an vergangene Zeiten.

Diese und viele weitere Geschichten gab Helmut Fischer bei der exklusiven Führung der MCS.1-Gäste zum Besten. Mit persönlichen Anekdoten und einem breiten Wissen begeisterte er die Besucher und ließ sie Anteil nehmen an den so menschlichen Geschichten hinter den Schuhen und Produkten. Vor einem Bild, das um die Welt ging, kehrte für einige Augenblicke Ruhe ein. Es zeigte die berühmte Geste für universelle Gleichheit der Olympiasportler Tommie Smith und John Carlos 1968 bei den Olympischen Spielen in Mexiko. Das Modell der PUMA-Schuhe, die sie auf dem Podest ausgezogen hatten, lag direkt davor. „Diese Geste bedeutete für die beiden Sprinter das Ende ihrer Karriere“, bemerkte Helmut Fischer andächtig.

Es kommt immer darauf an, wie man die Geschichte erzählt.“

– Dr. Christian Bunnenberg

Diesen historischen Moment nahm der Juniorprofessor für Didaktik der Geschichte, Dr. Christian Bunnenberg, später in der Podiumsdiskussion zum Anlass, um eine spannende Gesprächsrunde unter der Moderation von Ralf Birke, Geschäftsführer von Birke und Partner, einzuläuten. „Es kommt immer darauf an, wie man die Geschichte erzählt“, begann er und hob das berühmte Foto hoch. „Wir alle kennen die Geschichte von Tommie Smith und John Carlos. Doch weiß irgendjemand von Ihnen, was aus dem Zweitplatzierten, Peter Norman, geworden ist, der damals auch auf dem Podium stand?“ Kaum ein Besucher konnte diese Frage bejahen. Denn oftmals fehle für die umfassende und genaue Rekonstruktion der Vergangenheit die Sichtweise derer, die keinen medialen Aufschrei produzieren, die kein Tagebuch hinterlassen haben. Die Geschichte der „Unsichtbaren“, wie Christian Bunnenberg sie nannte. Kann man Geschichte überhaupt eins zu eins wiedergeben? Gibt es die eine wahre Geschichte? Nein, befanden die Diskussionsgäste auf Ralf Birkes Frage hin. Doch sie waren sich alle einig: Der Anspruch an einen Historiker müsse immer sein, sich aus möglichst vielen Perspektiven der Vergangenheit anzunähern. Nur so kann es gelingen, die Vergangenheit abzubilden. Dabei spiele natürlich auch immer die Interpretation der Geschichte eine Rolle.

„In 100 Jahren sieht man eine bestimmte historische Begebenheit wieder ganz anders“, betonte Marion Grether. „Weil die zeitliche Distanz größer ist und man mit den spezifischen Werten und Ansichten seiner Zeit auf Geschehenes sieht.“ Gerade in der Aufbereitung von Geschichte sei das eine Herausforderung. „Es geht immer darum, für welche Zielgruppe historische Ereignisse aufbereitet werden“, sagte Hans-Diether Dörfler. „Danach richtet sich die Art der Erzählung aus, welchen Fokus man setzt und wie detailliert man es präsentiert.“ Unternehmen würden den Wert einer historischen Aufarbeitung oftmals unterschätzen, ist sie doch ein gelungenes Mittel, um eine Identifikation mit der Firma zu schaffen. Sowohl intern als auch extern. Mit dem PUMA-Archiv konnte bereits eine Grundlage für das Erzählen der bewegten Geschichte der Dassler-Brüder geschaffen werden.

Vergangenheit als modernes Storytelling. Das Tagesgeschäft der Historiker bei Birke und Partner, ein spannendes, vielseitiges Thema für die Diskussionsgäste des MCS.1 – dieses Mal „on Tour“ bei PUMA.

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